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kleinStadtgespräche 2014

Sechstes kleinStadtgespräch 2014

GEWERBE MEHRHEITLICH ZUFRIEDEN

Mehrheitlich zufrieden und zuversichtlich zeigten sich die Gewerbetreibenden im Kleinbasel am Kleinstadtgespräch am letzten Mittwoch. Je nach Gewerbe sind die Bedürfnisse anders gestaltet (mehr Platz für Lieferwagen, lärmresistente Nachbarn oder Zufahrt trotz Fussgängerzone) und doch kristallisierte sich in Bezug auf das Zusammenleben zwischen Anwohnenden und Gewerbetreibenden heraus, dass im Kleinbasel gut zusammen gelebt wird. Auch lärmendes Gewerbe wie Metallbau oder Steinhauerei  wird meist „aus der Tradition heraus akzeptiert“. Schwierigkeiten werden eher in Mischzonen gesehen, wenn Gastronomiebetriebe neu eröffnen oder längere Öffnungszeiten erhalten (wie in der Rheingasse. Auch wenn Parkplätze weichen müssen sorgt dies oft für Unmut bei den Fahrzeugbesitzenden. In Bezug auf die Parksituation kam denn auch der Wunsch nach einem besseren Dialog zwischen Verwaltung und Anrainern auf. Einen undogmatischen Blick auf das Leben in der Stadt und die Verkehrssituation wünscht sich Grossrat Auderset: „wo Leben ist, ist Verkehr. Wo kein Verkehr ist, ist kein Leben. Mehr Leute und weniger Verkehr geht nicht!“

Es wurde bemängelt, dass es in der Stadt zu wenig  zahlbare, ausreichend grosse Flächen für Gewerbe hat. Dabei macht es Sinn, dass Gewerbezonen in der Nähe der Wohnzonen liegen, um Arbeitswege kurz zu halten. Auf Unverständnis auf allen Seiten stiess daher auch die Praxis grosser Investoren, die sich leisten können Gewerbeflächen von über 3000m2 über Jahre leer stehen lassen, wie beispielweise im Clara-Huus an der Webergasse 34.

Da liegt die Idee der „Zwangszwischennutzung“ wie sie Kerstin Wenk, Grossrätin beschrieb, nah -, Eigentümer sollen vom Gemeinwesen dazu gezwungen werden, für die Zeit des Leerstandes die Fläche zur Verfügung zu stellen. Beispielsweise in London werden solche grossen Gewerbeflächen  unterteilt und an viele kleine Gewerbetreibende vermietet.  Im Gegensatz zu den grossen Investoren, zeigen sich private Hausbesitzende meist gesprächsbereit und sehr entgegenkommend, wenn Unternehmen mit spannenden Konzepten die Miete verhandeln wollen. Um den Detailhandel und  die kleinen Läden zu fördern, haben sich einige  selbständigen Fachgeschäfte zusammengetan und die Initiative „buy local“ Schweiz gestartet. Kunden sollen angeregt werden, ihre Produkte nicht nur per Internet oder von grossen Einkaufsketten zu beziehen, sondern lokale Läden zu unterstützen. Hier bekommt man noch individuelle Beratung, der Reparaturservice stimmt und ein Umtausch ist möglich.

Die meisten Gewerbetreibenden haben keine Angst vor dem neuen Tram nach Deutschland. Es nimmt ja nicht nur Kundschaft mit, es bringt sie auch in die Stadt. Ein Gespräch zu den Auswirkungen des Trams nach Deutschland in einem Jahr zu führen schien vielen stimmig.


Fünftes kleinStadtgespräch 2014

BEISSEN STATT BELLEN ALS ANTWORT AUF VERKEHRSBERUHIGUNG NUR FÜR AUTOS

Im letzten kleinStadtgespräch ging es um die Frage, ob die geplante Verkehrsberuhigung in der Kleinbasler Innenstadt auch Auswirkung auf den Strassenstrich haben wird.Anwohnerinnen und Anwohner diskutierten mit Expertinnen und Experten sowie Eigentümerinnen und Eigentümern von Liegenschaften im Klingental.

 

Insgesamt geht es den Anwohner/innen weniger darum, die Prostitution gänzlich abzuschaffen oder aus dem Quartier zu verbannen. Vielmehr werden Rahmenbedingungen für eine friedliche Koexistenz gewünscht. Der Starssenstrich soll sich nicht über die Toleranzzone ausbreiten. Diejenigen Prostituierte, die sich wider besseres Wissen ausserhalb der Zone aufhalten, soll die Polizei ähnlich wie bei „Missachten des Zutrittverbots für Hunde (§ 89 ÜStG und § 4 Abs. 1 der Verordnung betreffend das Halten von Hunden vom 10. Juli 2007 )  Bussen, die sofort bezahlt werden müssen, ausstellen können.

Obwohl darauf hingewiesen wurde, dass die Prostitution Frauen ausbeutet, fand ein Prostitutionsverbot keinen grossen Anklang. Für die meisten war klar, dass nicht die Frauen, die sich prostituieren, zu verurteilen sind, sondern die „Geschäftlimacher“ dahinter.

Während für die Anwohnerinnen und Anwohner im Quartier vor allem das Durchgreifen gegen die Ausbreitung des Strassenstrichs im Vordergrund stand, betonte das Baudepartement, dass es sich bei der „Begegnungszone“ welche dort eingerichtet werden soll, um einen technischen Begriff handelt, welcher Begegnung ermöglichen soll. Dabei wurde allerdings nicht an Freier und Prostituierte gedacht, sondern mehr an Besucherinnen und Besucher von Herbstmesse und Tattoo. Dass sich die Situation in der kleinbasler Altstadt so verschärft hat, war den Planerinnen und Planern nicht bekannt.

An dieser Stelle kam bei den Anwohnerinnen und Anwohnern der Wunsch nach einer besseren Zusammenarbeit der Ämter auf. Auch zwischen Bau- und Gastgewerbeinspektorat und Polizei wünscht sich die Bevölkerung eine bessere Zusammenarbeit. Dazu sei es nötig, dass das Bau-und Gastgewerbedepartement konsequent Umnutzungsbewilligungen von den Mietern der illegalen Salons fordert und dies auch kontrolliert. Somit könnte die Polizei dann auch wirklich „beissen“ anstatt nur zu „bellen“.

Medien

bz 16.09.2014

Strassenstrich im Hauseingang.
Baz 18.08.2014

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