§55_43 Klybeckplus

2016 einigten sich die damaligen Grundeigentümer BASF und Novartis des Firmenareals im Klybeck mit dem Kanton auf gemeinsame Ziele und Vorgehen für die weitere Arealentwicklung (Planungsvereinbarung). Das bis dahin weitgehend unzugängliche Areals umfasst 300'000 Quadratmetern und ist damit das grösste Transformationsareal der Schweiz.
Die erste Planungsphase wurde mit einer städtebaulichen Testplanung 2016 eingeleitet. Begleitend wurden in mehreren Beteiligungsveranstaltungen die Anliegen und Ideen der Be­völ­ke­rung abgeholt. Die Testplanung resultierte in einem Synthesebericht, veröffentlicht Anfang 2019.
Derweil finden erste Umnutzungen statt: Auf dem Werkareal an der Klybeck-/ Kleinhüningerstrasse werden 2019 drei Gebäude für eine fünfjährige Zwischennutzung (Büro, Atelier, Werkstatt, Kulturlokal) zur Verfügung gestellt (Kontakt: Verein unterdessen).
Im Mai 2019 verkauft Novartis sein Areal im Klybeck an Central Real Estate Basel AG, im Juli 2019 folgt BASF mit dem Verkauf seine Arealanteile an das Versicherungsunternehmen Swiss Life. Die neuen Grundeigentümer bleiben der Planungsvereinbarung verpflichtet, es soll auch weiterhin die Be­völ­ke­rung beteiligt werden.
Im September 2020 wird die Vision klybeckplus "Ein Mehrwert für Basel" veröffentlicht. Zu dem Planungsschritt wurde eine kuratierte Beteiligung durchgeführt. 2020 wird ein interdisziplinäres Planungsteam beauftragt, eine städtebauliches Leitbild zu erarbeiten.

Auf der Website klybeckplus können Sie wichtige Informationen wie Planungsvereinbarung, Planungsphasen und Protokolle der Beteiligungsveranstaltungen einsehen und herunterladen. 

Informationsveranstaltung 21.01.2021

Die Grundeigentümer Rhystadt und Swiss Life luden gemeinsam mit dem Kanton Basel-Stadt ein zu einer virtuellen Informationsveranstaltung über das grösste Industrieareal in Basel-Stadt, das transformiert werden soll. Es sollen Wohn- und Arbeitsflächen gewonnen werden, aber auch Freiräume für die Be­völ­ke­rung wie beispielsweise die «Klybeckmatte» von der Aktienmühle Richtung Wiese oder Aufenthaltsflächen am Rheinbord. Mit diesem Bericht aus der Werkstatt ermöglichte Roger Diener Einblick in die anspruchsvolle Entwicklung des Leitbildes. Grosse Herausforderungen sind einerseits die zeitliche Dimension einer Planung, die über 20 Jahre dauert sowie eine gelungene Vernetzung mit den bestehenden Quartieren. Wie bestimmt man heute die richtigen Bedingungen für eine Bewohnerschaft von morgen? Wie werden Verkehrsfragen für den erwarteten Zuwachs an Be­völ­ke­rung gelöst? Vor Abschluss des städtebaulichen Leitbildes, verspricht Kantonsbaumeister Beat Aeberhard, wird man wieder auf die Be­völ­ke­rung zukommen. Die Beteiligung werde fortgesetzt, dazu bestehe Konsens bei den Planungspartnern, aber in welcher Form sei noch offen. Der Städtebauliche Vertragsabschluss zwischen Kanton und Eigentümer ist auf Ende 2022 geplant. Darauf folgen die Zonenänderung und der politische Prozess. Auf der Website Klybeckplus (s. Links) sind der Lifestream der Veranstaltung wie auch die Fragen der Veranstaltung aufgeschaltet. 

Beteiligung zur Testplanung (Phase 1)

Begleitend zur Testplanung wird ein Mit­wir­kungs­ver­fah­ren durchgeführt. Am 24. September 2016 hat die erste Beteiligungsveranstaltung stattgefunden: 150 Personen haben Anregungen und Ideen zur Arealentwicklung den Verantwortlichen mitgegeben. Die Resultate der Beteiligung bilden eine Grundlage für die Teams der Testplanung 2016/17.

Die Zwischenergebnisse der Teams wurden am 17. Juni 2017 im Rahmen der zweiten Beteiligungsveranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt. Rund 180 Interessierte kommentierten und diskutierten die städtebaulichen Entwürfe.
Vier verschiedene Teams aus Architekten, Landschaftsarchitekten und Städtplanern haben einen städtebaulichen Entwurf erarbeitet, wie das Industrieareal Klybeck transformiert werden könnte. Der Ideenbogen reichte von einer Kulturachse entlang der Mauerstrasse mit Eventplattform über dem Rhein, über ein hochverdichtetes 24-Stunden-Quartier an der Dreirosenbrücke, die Vergrösserung des Horburgparks bis zu einer Grünstruktur als tragendes Gerüst der Entwicklung mit einem zentralen Klybeckplatz. Erste Eindrücke und Informationen findet man hier.

Mit den Inputs wurde bis zum Herbst 2017 eine Synthese erarbeitet - die von den Teilnehmenden der dritten Beteiligungsveranstaltung gespiegelt wurde. Zum Abschluss der Testplanungsphase wurde zur Endfassung der Synthese am 21.11.2019 im Rahmen einer Informationsveranstaltung informiert. Der Synthesebericht wurde im Januar 2019 veröffentlicht.

«Zukunft.Klybeck: Wir bleiben dran!» Eine Initiative aus dem Quartier

Mitmachen erwünscht! Mit dem Spirit der ersten Beteiligungsveranstaltung haben sich Leute zusammengefunden, die sich vertieft mit Klybeckplus und den Entwicklungsmöglichkeiten ausenandersetzen. Der Verein Zukunft.Klybeck tauscht sich über Visionen & Ideen und die Entwicklung von entsprechenden Forderungen zur Umsetzung aus. Wer sich ebenfalls engagieren und äussern möchte oder einfach informiert sein will, was für Ideen und Impulse entstehen, tritt auf Facebook der Gruppe «ZukunftKlybeck: Wir bleiben dran!» bei oder schickt eine Mail an zukunftklybeck.ch.

«Ein Quartier für die Menschen» - Resultate der Befragung des Stadtteilsekretariates Kleinbasel

Anfang September 2016 befragten wir vom Stadtteilsekretariat Kleinbasel in der Inselstrasse im Klybeck die Menschen vor Ort zu ihrem Quartier und ihren Anliegen zur Arealentwicklung  «klybeckplus».

Insgesamt 86 Passanten, vorwiegend mittleren Alters und zum Teil langjährige Bewohnende von Klybeck-Kleinhüningen, gaben Auskunft. An ihrem Quartier schätzen sie das günstige Wohnen, das grosszügige Denken und die Nähe zu Rhein, Wiese und Deutschland sowie Angebote wie Aktienmühle und Hafennutzung. Die Entwicklung der letzten Jahre wird von einigen mit «zu viele Kulturen, zu viele Kranke, zu viele Baustellen» zusammengefasst. Es gibt den Ruf nach mehr Sauberkeit, Sicherheit, Grünräumen und Treffpunkten.

Ein grosses Anliegen im Zusammenhang mit der Entwicklung «klybeckplus» ist die Entstehung von neuem Wohnraum verschiedenster Ausprägung. Bei den Freizeitangeboten stehen Schwimmen und Fussball prominent auf der Wunschliste. Zudem soll der Stadtteil zugängliche Werkstätten, Mehrzweckhallen und Raum für laute Vergnügen wie Partys bieten.
Grüne, unterschiedlich nutzbare Flächen scheinen einem zentralen Bedürfnis zu entsprechen. Die meisten Befragten wollten die Industriebauten auf dem Areal zur Umnutzung erhalten. Kleingewerbetreibende sind, im Gegensatz zu neuen Shoppingcenters, willkommen. Angestrebt werden soll ein Mix von Nutzungen und Leuten. Der Mensch soll als Mass dieser Stadt­ent­wick­lung dienen. So ist neben «genügend Parkplätzen» vor allem auch der Langsamverkehr zu fördern.
Das Projekt «klybeckplus» darf weder Gentrifizierung noch Ghettoisierung zur Folge haben. Die vollumfänglichen Ergebnisse der Befragung können Sie hier nachlesen.